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Die Behandlung

Wie oft sollte eine Zahnbehandlung erfolgen?

Bei jungen Pferden zwischen 2,5 Jahren und 4,5 Jahren sollte das Gebiss zwei mal im Jahr überprüft werden. Diese Pferde sind im Zahnwechsel, der medizinisch begleitet werden sollte. Denn auch Pferde können Schwierigkeiten haben die Milchzähne loszuwerden und dies bereitet oft den Weg für ein unbalanciertes Gebiss, ein ganzes Pferdeleben lang.

Ab ca. einem Alter von 5 Jahren reicht in der Regel eine Gebisskontrolle einmal im Jahr aus. Bei größeren Behandlungen können Ausnahmen erfolgen, das ergibt sich dann während der Behandlung und wird individuell abgesprochen.

Bei älteren Pferden kann wieder eine halbjährliche Kontrolle notwendig sein. Dies wird allerdings auch im Einzelfall entschieden.

Welche Voraussetzung sollten gegeben sein?

Ganz wichtig ist, dass ihr Pferd einen korrekten Tetanusschutz aufweisen kann. Es können auch bei einer Routinebehandlung immer kleine Läsionen am Zahnfleisch, Zunge oder Backenschleimhaut entstehen, daher ist die Tetanusimpfung sehr wichtig.
Für die Behandlung selber ist ein Platz mit rutschfestem Untergrund notwendig, bei dem ein sediertes Pferd keiner Verletzungsgefahr ausgesetzt ist.
Außerdem ist ein Stromanschluss in der Nähe der Behandlung erforderlich.
Zur Behandlung wird noch sauberes, im Winter auch warmes Wasser benötigt.
Sedierte Pferde sind durchaus geräuschempfindlich, daher sollte an dem Ort der Behandlung Ruhe herrschen. Zusätzlich ist teilweise eine Fliegen- oder Abschwitzdecke sinnvoll.

Wie ist der Ablauf einer Zahnbehandlung?

Die Zahnbehandlung dauert mit der Voruntersuchung und Dokumentation etwa eine Stunde.

Zu Beginn wird das Pferd allgemein untersucht, wobei auch das Abhören von Lunge und Herz dazugehört. Dabei wird ein allgeimeiner Überblick über den Zustand und die Gesundheit des Pferdes gewonnen.
Nach der allgemeinen Untersuchung wird die erste Untersuchung am Kopf und im Maul erfolgen. Hierbei werden die Kaumuskulatur und das Kiefergelenk untersucht, sowie der erste Eindruck der Balance im Maul gewonnen. Außerdem werden schon Anhaltspunkte möglicher Erkrankungen sichtbar, wie zum Beispiel Nasenausfluss oder Auftreibungen am Kieferknochen.
Sollten bei diesen Untersuchungen herauskommen, dass eine Zahnbehandlung notwendig ist, wird das Pferd sediert.
Danach ist es möglich mit einem Maulgatter das Pferdemaul zu öffnen und die Zähne genauer zu untersuchen.
Ist der gesamte Status des Mauls und der Zähne aufgenommen, kann mit der eigentlichen Behandlung der Zähne begonnen werden. Hierfür werden spezielle Maschinen mit langen dünnen Schleifaufsätzen zur Hilfe genommen, um auch eine exakte Bearbeitung der hinteren Backenzähne zu gewährleisten. Teilweise ist es trotzdem notwendig auch mit der Handraspel nachzuhelfen. Nach der Bearbeitung der Backenzähne erfolgt meistens noch eine Behandlung der Schneidezähne.


Ist eine Sedation notwendig?

Unter einer Sedation versteht man die Ruhigstellung und Schmerzreduzierung des Pferdes.
Eine Sedation sollte immer bei einer korrekten Zahnbehandlung erfolgen, denn ohne Sedation sollte kein Maulgatter eingesetzt werden. Wird einem unsedierten Pferd ein Maulgatter eingesetzt, besteht für das Pferd, den Tierarzt, aber auch den Besitzer große Gefahr sich durch Abwehrbewegungen zu verletzen.
Außerdem beißt ein unsediertes Pferd mit großer Kraft auf die Beißplatten des Maulgatters. Hierbei wird das Kiefergelenk und die Kausmuskulatur des Pferdes stark belastet und die Gefahr einer Fraktur der Schneidezähne oder des Kieferknochens ist gegeben.
Bei einer Sedation wird sich das Pferd nicht hinlegen! Es ist durchaus möglich, dass das Pferd anfängt zu schwanken und unkoordiniert ist. Außerdem fangen einige Pferde an zu schwitzen und haben ggf. vermehrten Harndrang.

Was ist nach einer Zahnbehandlung zu beachten?

Das behandelte Pferd sollte etwa 2 Stunden nach der Behandlung nicht fressen oder trinken. Es besteht die Gefahr des Verschluckens oder einer Schlundverstopfung.
Sind ihrem Pferd Zähne gezogen worden, sollte es ca. 24 Stunden kein Kraftfutter bekommen.
Ein sediertes Pferd sollte zum Aufwachen immer von anderen unsedierten Artgenossen getrennt werden, da es nicht korrekt reagieren und dies zu Verletzungen führen kann.
In seltenen Fällen beginnt das Pferd bei den ersten Fressversuchen zu speicheln oder spuckt das Heu wieder aus. Diese Symptome sind in der Regel spätestens am nächsten Tag verschwunden.
Es ist auch möglich, dass Pferde bei denen das Gebiss stark aus der Balance gekommen ist, nach anfänglichem guten Fressen, etwa 2-3 Tage nach der Behandlung Kauprobleme bekommen können. Die Ursache ist Muskelkater der Kaumuskulatur und wird sich nach ein paar weiteren Tagen wieder geben.
Durch die Sedation kann bis zu 8 Tage eine Dopingprobe positiv ausfallen. Daher bitte etwa 10 – 14 Tage auf eine Turnierteilnahme verzichten.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Als Tierärztin unterliege ich der Gebührenordnung für Tierärzte. Diese ist im Internet einzusehen.
Die Kosten sind abhängig von der Sedation, dem zeitlichen Aufwand und wie arbeitsintensiv die Behandlung des Pferdes ist. Sollten mehrere Pferde im gleichen Stall behandelt werden, werden die Fahrtkosten mit Absprache der Besitzer aufgeteilt. In der Regel können Sie mit anfallenden Kosten zwischen 110 und 150 € rechnen. Diese sind direkt vor Ort bar oder per EC-Karte zu begleichen.

Sollten noch weitere Fragen offen sein, berate ich Sie gerne persönlich (01573-7647426)!

2019  Tierarztpraxis proBalance